flyingwilli

Abheben mit Willi


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Und ewig lockt die Provision

Zu Zeiten als das Buch des rennenden Willis noch in den Verkaufsläden lag, und das war ja nur gerade etwa ein Jahr, hielt sich der Erfolgsautor vornehm zurück mit seinen Produktempfehlungen. Er versuchte seinen vermeintlich “grössten Laufblog Europas” mit leeren Inhalten über irgendwelche Laufthemen zu füllen. Kaum bleiben die horrenden Buchprovisionen seines einjährigen Bestsellers aus, da sein eigenes Produkt in den Wühlkisten der Kaufhäuser unterzugehen droht, stellt der gewiefte Geschäftsmann seine Taktik um.

Amazon

Willis liebstes Kaufhaus

Und mit der Taktik natürlich auch seine Webseite. Da taucht plötzlich sein langjähriger Lauffreund Haile G. wieder auf der Frontseite auf. Zur Erinnerung: Er hat ihn lediglich zwei Mal an einem Pressetermin getroffen, verschmolz dadurch mit ihm zu einem Freund im Geiste. Nachdem Haile G. zuerst unwissentlich mit Foto das E-Book des rennenden Willis beworben hat, flüsterte ihm wohl ein renommierter Buchverlag, dass das so nicht möglich sei und rechtlich durchaus Konsequenzen haben könne. Haile verschwand, von den Laufbühnen wie vom Cover des rennenden Willis. Aber auch von der Startseite des “grössten Laufblogs”.

Doch nun scheinen die Verträge abgelaufen zu sein. Beim Buchverlag seines Vertrauens finden sich keine Spuren mehr des “gerade eben noch” Meisterwerks. Man scheint dort das Problem zwar spät, aber dennoch erkannt zu haben. Damit hätte sich der rennende Willi locker einen Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde verdient: Kürzester, selbsternannter Bestseller-Autor der Geschichte. Da reihen sich die gewonnenen Titel ja ziemlich nahtlos aneinander.
Doch werfen wir einen Blick auf den “grössten Laufblog Europas”. Dort fand ein kleiner Umbruch statt. Alte Artikel rutschten ganz plötzlich auf die Frontseite. Zahlreiche beratende Artikel aus den vielen an ihn gerichteten Mails verschwanden ganz plötzlich. Warum?
Artikel 1: Ein alter Laufbandtest aus dem Jahre 2011. Weiterführende Links gehen geradewegs zum grossen Verkaufsshop am Fluss.
Artikel 2: Ein Artikel über Pulsuhren – direkt verlinkt mit dem Verkaufsshop am Fluss.
Artikel 3: Noch ein Laufbandartikel – endet wie oben beschrieben.
Artikel 4: Stirnlampen – wohl logisch, wo man die erhält, oder?
Artikel 5: Der Saft der Roten Bete – direkt verlinkt zum Hasensaft seiner Wahl.
Dazu kommt noch das nicht gerade günstige Pulsmessgerät im Hauptmenü. Muss ich die Verlinkung noch erwähnen?

Nach dem jahrelangen Naseherumführen seiner “Million” Leser ist endlich auf den ersten Blick zu erkennen, was dem rennenden Willi von Anfang an wichtig war: Das Kassieren der Provisionen seiner weitervermittelten Artikel. Dass man sich dazu als allwissendes Lauflexikon aufführen muss ohne eine grosse Leistung vollbracht zu haben – das versteht wohl keiner!


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Das Buch der Geheimnisse

Da gab es einmal einen Läufer, der schrieb sich persönlich zu den schnellsten 6-fach Vätern seiner Zunft und fand seine ureigene Methode derart toll, dass er gleich ein Buch veröffentlichte. Nicht irgend ein Buch sollte es werden. Nööööö – ein Bestseller! Mit unzähligen Artikeln und ausgewählten Schnipseln sämtlicher Lobhudeleien aus der Presse untermauerte er seine Thesen eindrücklich. Der selbsternannte Laufpapst erfand kurzerhand seine eigene Bibel und suchte seine Jünger in der weiten Welt. Bis hierhin eine eindrückliche Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht.

Doch nun, ganz plötzlich und unerwartet, von einem Tag auf den anderen, sind unerwartet sämtliche eigenlobhudelnden Werbetexte auf der Seite des rennenden Willis verschwunden. Etwa so unerwartet, wie der Bestseller aus dem Repertoire des Verlags verschwand. Wie kommt das? Ein genauer Blick in die Auslage lohnt sich:

– Bei den löblichen Texten aus der Presse handelte es sich lediglich um abgeschriebene Pressemitteilungen. Oft glichen sie sich Wort für Wort. Ein netter Versuch, aber nicht mehr als ein Spaltenfüller.

– Die Kundenstimmen zum epochalen Werk des rennenden Willis verhielten sich konträr zum Qualitätsanspruch des Weins: Sie wurden je länger, je schlechter. “Inhaltlich substanzlos…”,  “…das inhaltlich schlechteste Buch, das ich je in meinen Fingern hielt”, “kann man sich sparen” oder “leider nix für Läufer” sind die letzten Einträge von enttäuschten Amazon-Rezensenten.

Bilanz des Erfolgs

Bilanz des Erfolgs

Den Bestseller-Status wollen wir natürlich nicht unterschlagen. Immerhin war das findige Methoden-Buch auf Rang 326’048 bei den Büchern. Erstaunlich, welcher Rang bereits reicht, um den Bestsellerstatus zu erhalten. Um fair zu bleiben muss man allerdings auch den 85.Rang in der vierten Unterkategorie Bücher/Sport und Fitness/Laufen und Leichtathletik/Marathon nennen. Beste Position ever. Ein kleiner Makel bleibt allerdings: Der Top 100 – Autor in der 4. Unterkategorie Marathon hat überhaupt kein Leistungsergebnis im Marathon erzielt. Er hat seinen Marathon-Besteller also in absoluter Marathon-Abstinenz geschrieben. Erstaunlich! Wahnsinn! Das ist ja, wie wenn jemand ein Buch veröffentlicht, der gar nicht schreiben kann. Gibt’s doch gar nicht…

Ist der Möchtegern-Autor zur Besinnung gekommen? Er erwähnt sein Buch nur noch am Rande, hat viele Artikel glatt gelöscht und verschwinden lassen. Wahrscheinlich hat er sich an der Konkurrenz orientiert. Die Bibel des selbsternannten Laufpapstes hat sich nämlich lediglich ein Jahr in den Buchhandlungen finden lassen. Das gleichnamige Konkurrenzprodukt anderer christlicher Mitläufer ist bereits seit über 2000 Jahren ein Renner.


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Bescheidenheit

Der rennende Willi ist tatsächlich in einer Umbruchphase. Wohin ihn die treibt, weiss keiner. Vermutlich nicht einmal er selber. Beinahe täglich wird “der grösste Laufblog Europas” neu geordnet. Aus den über 1000 Artikeln, in denen man lesen konnte, wurden vielleicht noch 200. Das nennt man wohl “Ballast abwerfen”. Oder ist der rennende Willi selber zu Einsicht gelangt, dass aus der Spreu nie Weizen wird?

Seine hochgelobten Podcasts, besser als die Deutsche Nationalmannschaft rangiert, sind nicht mehr zu finden. Da war ihm wohl die Zeit doch zu schade, während 20 Minuten um den selben Brei zu reden und doch nichts auszusagen. Sein Buch – eben noch ein Bestseller, heute aus den Verkaufsregalen verschwunden – wird in seinem ganzen Blog nur noch in wenigen Artikeln und selbst dort nur in Nebensätzen erwähnt. Da hat sich der Stolz auf das eigene Werk aber ziemlich schnell verflüchtigt, dass man es selber bei der erstbesten Gelegenheit ignoriert. Besonders schön: Der rennende Willi gibt Buchtipps für Laufanfänger, unter denen sein eigenes Werk nur als eines von vielen aufgeführt ist. Da war wohl der Lockruf der Amazon-Provision grösser als der Glaube an die eigene Methode?!

Auch seine eigene Fitness-Filiale wird nicht mehr erwähnt, sucht er doch dort immer wieder Personal. Immerhin ist er nun wieder als Inhaber aufgeführt. Man musste ja schon das Schlimmste befürchten. Doch zu starke Eigenwerbung scheint das grosse Fitnessunternehmen nicht zu mögen. Die Werbetexte für das Studio des rennenden Willis wurden allesamt abgeändert: …ich kenne den Trainer… der Trainer motiviert uns… ein Lob an den Coach, ein Trainer, wie man ihn haben will…
Klingt wirklich gut, aber WER ist denn nun der Trainer? Darf der grösste Laufblogger Europas nicht mehr mit Namen genannt werden?

Und irgendwie täuscht die neue Bescheidenheit auch wieder einmal über Vieles hinweg. Sein Training besteht noch aus der intensiven Zusammenarbeit mit einem teuren Gerät, das er natürlich über seine Seite gleich zum Kauf anbietet – mit Rabatt versteht sich. Seine Wettkampfkarriere scheint er nach 9 Läufen abgebrochen zu haben. Und seine Artikel datiert er einfach neu, um sie auf die Frontseite zu holen und ein wenig Betrieb auf seiner Seite zu simulieren. Er ist eben immer noch ein tüchtiger Geschäftsmann, der rennende Willi. Und der Mehrwert der Seite schlägt sich nur auf seinem Konto nieder.


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Spuren verwischen

Eigentlich sind es wir uns ja gewöhnt. Was im einen Moment bei ihm erscheint und GROSS angekündigt wird, ist im nächsten auch ganz plötzlich wieder weg. Der Mantel des Schweigens und Vergessens hüllt sich über alle Dinge. Was ja gar nicht so schlecht wäre, wenn der rennende Willi sich gleich von Anfang an über all die Sachen ausgeschwiegen hätte. Hat er aber nicht. Ich erinnere an dieser Stelle nicht noch einmal an seine Laufcamps oder Wettläufe, die sich alle in Luft aufgelöst haben. Ätsch – jetzt habe ich es doch gemacht!

Doch nun scheint wieder Bewegung in die Webseite des grössten Laufbloggers Europas zu kommen. Na ja, es scheint sich vielmehr um eine natürliche Rückbildung zu handeln. Da meldet ein Kommentar bei flyingwilli, dass der rennende Willi sich kaum in seinem Franchisegeschäft blicken lasse:
“Dann finde ich es doch ein wenig befremdlich, dass der “Unternehmer” Willi im August und September doch immerhin ganze 8x in seinem “eigenem” Geschäft steht und zwar maximal 2 Stunden lang. Ansonsten lässt er einen gerademal angelernten Angestellten seinen Job machen und geht wahrscheinlich davon aus, dass der die Kohle für ihn reinholt (für nicht mal 1000/Monat). Langsam beschleicht mich das Gefühl, dass die Autoren diverser Artikel recht haben. “Willi’s Universum” gehört ihm ganz alleine.

ein ehemaliger Kunde von Bodystreet Wr. Neustadt”

Das eben noch vom rennenden Willi gehypte Buch mit der ureigenen Methode wird vom Verlag aus dem Verlagsprogramm gestrichen. Es gibt bei Randomhouse keine Spuren mehr zum soooo erfolgreichen Buch des rennenden Willis. Dabei hat Willi selber im April erst noch verkündet, dass er immer noch einen Bestseller habe. Dieses Monumentalwerk der Laufgeschichte scheint der Nachwelt nun tatsächlich zu entgehen…

Bestseller ohne Buch

Bestseller weg, Buch weg – war da mal was?

Zugleich verschwinden auf seiner Webseite auch viele Hinweise auf das Buch. Die Werbeseite mit allen gesammelten Buch-Werbe-Publikationen ist weg. Die letzten 8 Artikel – weg! Seine Podcasts bei iTunes – weg! Seine Werbeverträge mit der Flachbauch-Agentur, dem Hasensaft und dem teuren Pulsmessgerät für alles sind wohl ebenfalls ausgelaufen. Die Artikel sind nun in den Tiefen seiner zahlreichen Laufschuh-Werbetexte gut versteckt. Was eben noch so wichtig war, scheint schnell zu verschwinden.

In seiner neuen (und beinahe einzigen) Rubrik “Das bin ich” stellt er sich nur noch als laufender Werbeträger seines Spots einer grossen Versicherung vor. Im Laufe eines Lebens wird man eben nur noch auf das Wesentliche reduziert. Doch das wussten die Leserinnen und Leser von flyingwilli schon lange: Dass da wesentlich weniger vorhanden ist, als immer vorgegaukelt wurde!


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Sommerloch

Mit dem Sommerloch ist das ja immer so eine Sache. In einem Land werden lustige Lieder über Gauchos gesungen, um sich die Zeit bis zum Ende des Sommerlochs zu vertreiben. In einem anderen Land füllt sich das Sommerloch ständig mit Wolken und lässt es regnen, damit schnell Gras über die Sache wächst. Und in Österreich? Nun, dort ticken die Uhren etwas anders. Dort dauern Sommerlöcher viiiiiiieeeeel länger. Bei unserem laufmethodischen Freund, dem rennenden Willi, jährt sich das Sommerloch schon beinahe. Mal abgesehen von einigen werbetechnischen Überfliegern in eigener Sache, dreht sich gar nichts mehr ums Thema. Noch scheinen all die Laufschuhe der vergangenen Jahre nicht abgetragen. Er zehrt noch von seinen Vorräten. Kann er gut machen, es waren ja sowieso alle gut. Nach seinen zahlreichen Artikeln pro Tage, vergehen nun zahlreiche Tage pro Artikel. Das nennt sich Effizienz. Die Schreibing-Willi-Methode. Buch folgt…

Warum wurde es so ruhig um den sonst so lauten Erfinder aller Methoden? Böse Zungen behaupten ja: Wer selber für sein Einkommen zuständig ist, hat keine Zeit mehr täglich sechs neue Artikel zu veröffentlichen. Die Frage steht nämlich immer noch im Raum: Wann hat er früher seine Artikel geschrieben äh kopiert? Der Spielraum in einem Franchiseunternehmen dürfte deutlich enger sein als früher.
Auch die Podcasts “Erfolgreicher als die deutsche Nationalmannschaft” sind mittlerweile vom Erfolg weggespült worden. Die Deutschen wurden Weltmeister – stammelnde Podcasts gibt es keine mehr.

Selbst Bestzeiten sind irgendwann gelaufen und können nicht mehr weiter gedrückt werden – es sei denn man drückt sich vor weiteren Rennen. Im Ankündigen von Wettläufen war der rennende Willi um ein Vielfaches besser, als beim tatsächlichen Antritt der selbigen.

BauchwerbungBleibt nur noch: Das Geld. Da liegt noch Werbung auf der Seite rum: Werbung für sein eigenes Buch, für hasigen Saft, für ein superkompensierendes Pulsgerät, für gefühlte 1263 Laufschuhe – alles perfekt verlinkt für schnelle Einnahmen.
So muss nur noch die neueste und einzige Neuheit der Seite mit den alten Artikeln erwähnt werden. Es ist: WERBUNG! Ein flacher Bauch soll es diesmal sein, direkt verlinkt mit der Flacher-Bauch-Methode. Man muss die Kuh eben melken, solange sie noch Bauch hat. Darum wird sie auch ausgesogen. Der gleiche Werbepartner hat sich auch auf der taufenden Partnerseite seiner Frau eingenistet. Wer ganz viele Taufessen hinter sich bringen muss, kann dort gleich mit einem Klick sein Bauchproblem lösen. Das nennt man Werbung an den Zielkunden.

Und ist der Bauch erst weg – SOMMERLOCH!


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Die Zeit läuft

Was ist bloss aus dem einstigen Flaggschiff der Unterhaltung geworden? Nein, nicht Wetten dass…? ist hier gemeint. Hier geht es um den einst grössten Laufblog Europas. Den Schuhtester der breiten Masse. Den neuen Stern am Bestseller-Himmel. Den Laufcamp-Absager der Nation. Da rühmte er sich einst mit einer “gefühlten” Million Leser, veröffentlichte monatlich seine Besucherzahlen und schrieb täglich bis zu 9 Artikel in Google-geschwängertem Deutsch, um die Suchmaschine gnädig zu stimmen… Und nun??? Funkstille. Leise läuft der grosse Künstler zur Hintertür hinaus. Rennen sind ihm plötzlich ein Gräuel. Schuhe verstauben ungetestet in seinem Schrank.

Hat er endlich all seine Weisheiten vom Stapel gelassen? Lässt er seine Million Leser im Regen stehen? Sind sie ihm so viel wert? Seine letzten, echten Artikel schrieb er im Oktober 2013. Podcasts gibt es schon lange keine mehr. Seither verweist er nur noch auf Magazine, die ihn zum Vorbild erheben. Er jubelt sein eigenes Buch zum Bestseller, dabei ist es in den Buchhandlungen schon längst in die hinteren Reihen durchgerutscht. Und nicht zu vergessen: Der rennende Willi ist nun selber für den Broterwerb zuständig. Das eigene Fitnessstudio muss Gewinn abwerfen. Da kann man nicht nebenbei noch tägliche Artikel schreiben. Wie hat er das eigentlich früher gemacht? Er ging in der Früh laufen, um für seine Familie Zeit zu haben. Zudem ging er früh schlafen. Wann blieb noch Zeit zum Schreiben?

Stelle frei

Hier lernt man durch Abschauen.

Die Zeit seiner Webseite ist längst abgelaufen. Wer sie nicht regelmässig mit Inhalt füllt (und damit meine ich echten Inhalt, keine abgeschriebenen Schuh-Pressetexte), verliert seine Million Leser schnell an wirklich lesenswerte Seiten. Also: Warum tut er sich das an? WERBUNG! Schaut man sich auf seiner Seite um, so findet man noch überall Werbelinks, die wohl erst noch ihr Ablaufdatum suchen. Ein teures Pulsmessgerät muss wohl erst noch amortisiert werden. Der Hasensaft will gut verdaut sein. Mit dem Amazon-Buch-Link winkt eine Verkaufsprovision. Warum soll man noch etwas ändern, wenn die Seite von alleine für ihn arbeitet.
Doch Vorsicht: Vielleicht hat der rennende Willi bald wieder mehr Zeit für werbetriefende Artikel. Er sucht sich für sein Fitnessstudio einen Trainer. Der sollte jedoch nicht zu gross sein, schliesslich handelt es sich nur um ein Mikrostudio. Na, in diesem Fall sollte er doch seinen “Freund” Haile um Mithilfe anfragen. Der wird sich sicherlich für seinen besten Freund engagieren.


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Bekannt aus der TV-Werbung

Buch schreiben war gestern, so war es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis der rennende Willi eine neues Medium für sich entdecken würde. Ein grosses Versicherungsunternehmen hat den rennenden Willi (neben weiteren Protagonisten) vor seinen Werbekarren gespannt. Und ZACK – erhält er sofort einen Orden mehr. Neben “Bestseller” und “Das Vorbild” prangt nun deutlich lesbar “Bekannt aus der TV Werbung” auf seiner Webseite. Über den Bekanntheitsgrad lässt sich ja bekanntlich streiten. So hat eine Blitzumfrage auf Österreichs Strassen unter 10 zufällig ausgewählten Unbekannten auch ergeben: “Nöööö, den kenn ich nicht. Wie auch – der rennt ja im Dunkeln.”
TV-SpottAuch die werten Beobachter beim run42195-Forum spekulieren bereits wild in der Gegend herum, ob der rennende Willi für den Beitrag zahlt oder man sich ernsthafte Sorgen um den Versicherer machen muss. Möglich ist alles, doch es bleibt die Erkenntnis: Der Film ist doch echt gut geworden. Es lässt sich tatsächlich aus JEDEM etwas machen! Selbst einer, der mehrere Laufcamps nicht durchführt, seine Webseite mit Werbelinks vollstopft und sich immer wieder neben dem grössten Läufer aller Zeiten aufs Bild drängt -ja, sogar so einer kann werbeprächtig inszeniert werden. Nur – welche Zielgruppe will man mit dieser Person ansprechen? Vielleicht: Gegen solche Personen sollte man sich versichern! Oder: Wir nehmen alle auf! Es ist doch einfach schön, wenn man sich um den rennenden Willi kümmert. Schliesslich kümmert er sich schon länger um nichts mehr. Keine Artikel mehr auf seiner Webseite, keine Podcasts mehr, keine Rennen mehr. Für einen Läufer, der von sich behauptet den grössten Laufblog Europas zu führen und seine Methode als Bestseller verkaufen will, ist das reichlich wenig. Und so fällt beim Betrachten des Filmes eines enttäuschend auf: Der rennende Willi durfte nicht ein Mal seinen Künstlernamen oder seinen Bestseller erwähnen. Das erhöht den Bekanntheitsgrad ungemein.

Aufmerksame Leser der willi’schen Lobhudelei bleiben sofort bei diesem Satz hängen: “Vom Casting bis zum fertigen Spot erlebte ich eine imposante Zeit.” Ein Casting also! Hat sich der rennende Willi gar selbst bei der Versicherung beworben? Und wo war die Jury während des Castings?
Es ist wirklich faszinierend, wie sich der rennende Willi mit seinem schwammigen Leistungsausweis immer wieder ins Rampenlicht setzen kann. Noch erstaunlicher ist es, dass es immer wieder Leute gibt, die ihm eine Plattform geben ohne den Leistungsausweis zu hinterfragen. Aber: Mit dem Titel des Filmes ist flyingwilli vorbehaltlos einverstanden. Der ist knallhart recherchiert und gnadenlos treffend ausgewählt. Jeder denkt sich nämlich beim Betrachten des Filmes und seinem Hauptdarsteller sofort: Warum tu ich mir das an? Selten war eine Versicherung derart ehrlich!

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